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Der grüne Golf mit Schiebedach - Wie real ist der Fachkräftemangel?

Ende Juli 2014 habe ich einen Beitrag der ARD gesehen - Das Märchen vom Fachkräftemangel, der einige sehr interessante Fragen bzgl. des von Politik und Medien häufig kolpotierten Fachkräftemangels aufwarf und auch mir Anlass zum Nachdenken gab.

Der Fachkräftemangel und seine politischen Folgen

Zusammenfassend wurde in der Dokumentation die Behauptung aufgestellt, dass der Fachkräftemangel ein von Wirtschaftsverbänden erfundenes Märchen sei um eine Verknappung an deutschen Fachkräften zu inszenieren, mit denen die Politik dann Instrumente wie z.B. die Blue Card rechtfertigen und damit letztendlich niedrigere Gehälter durchsetzen kann. Es gibt für alle Bereiche genügend Fachkräfte - diese sind den Unternehmen nur schlicht zu teuer. Vor der Einführung der Blue Card im Jahre 2012 musste man als ausländischer Experte ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorweisen können und von einer deutschen Firma ein Jahresgehalt von 66.000€ bekommen, um als Fachkraft aus einem Drittland (nicht EU) die Möglichkeit zu haben in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Dank der Blue Card reicht nun etwa im Bereich von sogenanten "Mangelberufen" (Naturwissenschaftler,  Mathematiker, Ingenieure, Ärzte und IT-Fachkräfte) ein Jahresgehalt von 37.125€, um zum deutschen Arbeitsmarkt Zugang zu erhalten - durch die niedrigeren Lohnvorstellungen ausländischer Fachkräfte - so die These - entsteht auch für in Deutschland ausgebildete Experten der Druck, ihre Gehaltsvorstellungen anzupassen. Da Personalberatungen - gerade in Deutschland - häufig ihre Existenzberechtigung aus dem Glauben an einen Mangel von Fachkräften argumentieren, wirft diese kritische Betrachtungsweise für Berater natürlich fundamentale Fragen auf.

Der Fachkräftemangel - ein Narrativ?

Verdienen wir unseren Lebensunterhalt wirklich mit einer Lösung für ein Problem, das es in Wirklichkeit gar nicht gibt, sondern von der Wirtschaft und Ihrer Lobby erfunden wurde um an billigere Arbeitskräfte zu kommen? Ist die Grundlage eines ganzen Wirtschaftszweiges wirklich ein Märchen - ein Narrativ, den wir ohne Hinterfragen nachplappern? Oder gibt es möglicherweise einen alternativen Grund, warum der - von vielen Unternehmen faktisch bestätigte Mangel an gut ausgebildeten Spezialisten, doch Realität ist? Fakt ist, dass viele Firmen stark unter Druck stehen, weil Ihnen die richtigen Mitarbeiter fehlen um Projekte umzusetzen oder einfach auch klassisches Wachstum sicherzustellen. Diese Firmen haben dieses Problem nicht, weil sie Geld sparen wollen, sie finden oft einfach nicht die richtigen Mitarbeiter (eine Meinung, die ich aus unzähligen Gesprächen mit Personalverantwortlichen und Führungskräften aus den Fachbereichen gewonnen habe). Wie kann dieses subjektive Empfinden der akut betroffenen Unternehmen mit dem laut ARD gar nicht existierenden Mangel übereinstimmen?

Mangel als Flexibilitätsfrage (Der Grüne Golf mit Schiebedach)

Bei der Einstellung eines neuen Mitarbeiters gibt es keine Garantien. Wenn man hier einen Fehler macht oder die persönliche Einschätzung falsch ist, kostet es das Unternehmen viel Zeit und Geld - je höher also der Match, desto geringer die Gefahr einer Fehleinstellung. Das ist eigentlich richtig -  aber was ist , wenn man eben genau diese gewünschte Bewerbung nicht bekommt? Ist diese Situation tatsächlich ein Mangel? Im Beitrag stellt ein IT-Fachman einen sehr schönen Vergleich an: Sie wollen sich einen gebrauchten Golf kaufen - es kommen 10000 Wagen in Frage. Sie hätten Ihren Golf aber gerne in grün - da gibt es 2000 Angebote. Zusätzlich sollte er aber auch noch mit Ledersitzen kommen  - 1200 Angebote, Automatik sollte dabei sein - 400 Angebote, wegen dem Verbrauch doch besser ein Diesel - 60 Angebote - und auf jeden Fall ein Schiebedach für die sonnigen Tage. Auf einmal stellen sie fest, dass es keinen Wagen in ihrer Wunschkombination gibt. Kann man hieraus nun auf einen Mangel an gebrauchten Golfs schließen?

Potentiale statt 100%-Lösungen

Es ist meiner Meinung nach ein viel skalierbareres Risiko jemanden einzustellen, der das Potential hat eine Lücke zu schließen und die Chance, die man Ihm gegeben hat auch wirklich zu schätzen weiß, anstatt so lange nach den 100% Ausschau zu halten bis es vielleicht zu spät ist. Verstehen Sie mich nicht falsch - ich erwarte nicht, dass Firmen anfangen mit dem Spicker auf das Telefonbuch zu werfen. Es geht mir vielmehr um einen größeren Blickwinkel. Mehr Mut zur Flexibilität würde sicher dem deutschen Arbeitsmarkt in Bezug auf Fachkräfte nicht schaden - ich bin mir allerdings auch sicher, viele Firmen wären positiv überrascht wie schnell Mitarbeiter sich auch spezielle Kenntnisse aneignen können, wenn Sie die richtigen Grundlagen dazu bereits mitbringen. Das ist sicher nicht die Universallösung des Problems, aber es wäre sicher schon einmal ein guter Anfang.  

"Das Märchen vom Fackräftemangel" hier anschauen. 

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09 Sep 2014
Lorenz Neff

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