über uns

  • Unser Team
  • Karriere bei eSAR
  • Häufige Fragen

schwerpunkte

  • Web und Mobile
  • Mobile und App
  • Applikationsentwicklung
  • SAP
  • IT Netzwerke & Infrastruktur
  • IT Security
  • Embedded Systems
  • Bild- und Signalverarbeitung

für bewerber

  • Unser Service
  • Alle Stellenangebote

kontakt

blog

Zahlen bitte! Wie verhandle ich beim Jobwechsel mein neues Gehalt?

(Durchschnittliche Lesezeit: 4 Minuten)

Es gibt einige Themen, die man auch in entspannter Runde unter Freunden in Deutschland besser auslässt (sofern man kein Freund peinlich berührter Gesichtsausdrücke ist): Religion zum Beispiel oder Potenzprobleme. Auch die Höhe der persönlichen Einkünfte behält man doch gerne für sich: So eloquent man eben noch von der neuen Marketing-Strategie, dem letzten gewonnen Pitch oder revolutionären Workflows fabuliert hat - beim Thema Gehalt ist Verschwiegenheit dann doch meist die Option der Wahl. Diese Tabuisierung mag einer der Gründe sein, warum selbst erfahrene Arbeitnehmer beim Gedanken an die Frage: "Und was stellen sie sich gehaltlich vor?" schwitzige Hände bekommen. Wir machen in der Praxis oft die Erfahrung, dass Bewerber trotz - oder gerade wegen - der umfangreichen Literatur an diesem Punkt häufig nicht wissen, wie genau sie sich verhalten sollen. Im aktuellen "Spiegel Job" beschäftigt sich die Coverstory mit dem Thema und die Marschrichtung ist wie so oft klar: "Gehaltspokern ist eine Kunst", "nicht gleich abzocken lassen", "mehr herausschlagen". Aus persönlicher Erfahrung kann ich allerdings sagen, dass viele Bewerber weder pokern, noch irgendetwas herausschlagen und schon gar niemanden abzocken wollen - sie erwarten sich eine angemessene Entlohnung für ihre Leistung und Wertschätzung ihrer Arbeit. Wie kann man das Thema Gehaltsverhandlung also unserer Meinung nach professionell angehen?

1. Seien sie sich klar, was sie bisher verdient haben

Dieser Punkt klingt trivial, stellt allerdings häufig bereits das erste Hindernis dar. Wie hoch war ihr Jahresfixgehalt? Haben sie einen Bonus bezogen? Wie viel Prozent vom Gesamtgehalt hat dieser ausgemacht? Wie häufig wurde der Bonus tatsächlich ausgezahlt? Welche zusätzlichen Leistungen haben sie erhalten (Dienstwagen, Zulagen, Rabatte etc.)? Wie hoch war der monetäre Gegenwert? Nur wenn sie ihrem Gegenüber genau sagen können, was sie bisher real bekommen haben, können sie auch ihren Gehaltswunsch sinnvoll argumentieren. Wir raten im übrigend davon ab, bei der Höhe ihres letzten Gehalts zu bluffen. Von den allgemeinen Vorzügen der Ehrlichkeit einmal abgesehen ist dieses oft auch für den neuen Arbeitgeber anhand ihrer Lohnsteuerkarte nachzuvollziehen.

2. Legen sie ihren Gehaltswunsch fest

Für die Frage nach der angemessenen Gehaltssteigerung bei einem Wechsel gibt es keine eindeutige Antwort. Hier allerdings ein paar Richtlinien:

  • Ihr Gehaltswunsch bezieht sich immer auf ihr Jahresbruttogehalt
  • Eine Verbesserung von 5-10% gilt in den meisten Branchen als nachvollziehbar (inklusive aller Zusatzleistungen)
  • Sollten für ihre Position erfahrungsgemäß auch ein variabler Anteil und andere Zusatzleistungen Bestandteil des Gehaltspakets sein, sollten sie auch bzgl. der Verteilung eine klare Vorstellung haben.
  • Auch wenn viele Fachartikel dazu raten - stellen sie keine astronomischen Forderungen. Lassen sie besser ein paar tausend Euro Verhandlungsspielraum nach unten (nach Abzug derer sie immer noch glücklich mit ihrem neuen Gehalt wären). Eines sollten sie bedenken: Selbst wenn sie mit überzogenen Gehaltsforderungen durchkommen, steigt die Erwartungshaltung an ihre Performance enorm an und sie setzten sich möglicherweise einem Leistungsdruck aus, der ihnen jeden Spaß an der neuen Aufgabe verdirbt
  • Verzichten sie auf eine Gehaltsspanne (dass ihre Vorstellung nach oben gedeckelt ist, glaubt ihnen sowieso niemand) und legen sie sich stattdessen besser auf einen Wert fest

3. Bereiten sie ihr Statement vor

Wenn Sie nach einem souveränen Interview bei der Gehaltsfrage plötzlich anfangen herumzudrucksen wie ein Sechstklässler bei der Vokabelabfrage, macht das keinen guten Eindruck - deshalb sollten sie sich bereits im Vorfeld eine feste Formulierung zurecht gelegt haben. Auch hier gibt es wieder einige generelle Punkte, die sie beachten sollten:

  • Halten sie sich kurz - ob sie ihr Gehalt für die Wohnungsrenovierung, den nächsten Urlaub oder ihren Ratenkredit brauchen, ist für ihren Arbeitgeber nur bedingt von Interesse
  • Eigentlich sollte es zu diesem Zeitpunkt bereits klar sein, aber weisen sie ruhig noch einmal kurz darauf hin, dass bei der Position die interessanten Aufgaben und Perspektiven im Vordergrund stehen - nicht die Gehaltsoptimierung
  • Ihr Arbeitgeber bezahlt sie nicht für ihren Wechsel, sondern für die Leistung, die sie erbringen. Auf der anderen Seite begeben sie sich aus einer sicheren Position wieder in ein Umfeld mit dem Risiko einer Probezeit - diesen Fakt können sich auch noch einmal kurz ansprechen
  • Anschließend formulieren sie ihren Gehaltswunsch kurz und knapp im Indikativ ("... deshalb wünsche ich mir ein Gehalt von xy") - vermeiden sie den Konjunktiv ("Ich würde mir vorstellen...")
  • Vergessen sie gegebenenfalls nicht, die gewünschte Verteilung zwischen Fixum und Zusatzleistungen zu erklären
  • Beenden sie ihr Statement mit einem eindeutigen Schluss, ohne noch Argumente nachzuschieben oder nachträglich weiter zu erklären

4. Achten sie auf das richtige Timing

Vermeiden sie, ihre Gehaltsvorstellung voreilig von sich aus anzusprechen. In der Regel wird der Personal- oder Fachverantwortliche das Thema gegen Ende des Gesprächs von sich aus anbringen (falls das wider Erwarten nicht der Fall sein sollte, haben sie in ihren abschließenden Fragen immer noch die Gelegenheit dazu). Sollte der Interviewprozess in mehreren Stufen ablaufen, wird im Erstgespräch häufig ihr Gehaltswunsch lediglich notiert - seien sie also nicht verunsichert wenn eine Reaktion ihres Gegenübers ausbleibt. Als Faustregel gilt: Je früher im Prozess sie ihren Gehaltswunsch äußern können, desto besser. Ihr potentieller neuer Arbeitgeber weiß so woran er ist und im Zweifelsfall ersparen sie sich viel Zeit und Mühe, sollten die Vorstellungen gar nicht zusammen passen.

Fazit

Gehaltsverhandlungen sind kein Hexenwerk und sie müssen kein Gordon Gekko sein, um beim Jobwechsel ihr Wunschgehalt zu verhandeln. Mit der richtigen Mischung aus Bestimmtheit, Souveränität und Nachvollziebarkeit ihrer Argumente ist das Thema oft schneller erledigt als sie denken. Zum Schluss noch eine Anmerkung: Unsere Erfahrungswerte beziehen sich logischerweise auf die Branchen der IT und Elektrotechnik, auf die wir uns spezialisiert haben. Bei so gut wie allen Arbeitgebern in diesen Branchen sind Bewerber und Mitarbeiter verpönt, deren einziges Ziel die Steigerung des eigenen Gehalts ist oder die sich lediglich Angebote einholen, um ihre Verhandlungsposition beim aktuellen Arbeitgeber zu verbessern. Dies mag allerdings nicht für alle Branchen gelten, insbesondere nicht für solche, in denen stillschweigend akzeptiert wird, dass Einkommen der einzige Antrieb zur Arbeit ist (wenn sie in einer der gemeinten Branchen tätig sind, wissen sie höchstwahrscheinlich, wovon die Rede ist).

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

Dann tun Sie uns einen Gefallen und teilen diesen!

03 Nov 2014
Regina Schlien

Hallo

Wie dürfen wir Ihnen helfen?

TELEFON
oder
NACHRICHT